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10_2005
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Ankunft in
Bolivien Wir setzten unsere Reise fort. Am späten Nachmittag gelangten wir in ein Dorf mit Namen Del Carmo. Dort übernachteten wir in einem ¨alojamento¨ und trafen zwei Brasilianer. Morgens stellten wir fest, dass der Hinterreifen des Motorrades platt war, es war das erste Problem, dass wir mit ihm hatten.
Nachdem das Problem gelöst war, setzten wir unsere Reise auf der schlechten Strasse fort. In einem kleinen Dorf fuhr ich friedlich vor mich hin, als Janina schrie: ¨Halt an, halt an!¨ Es handelte sich um eine von der Polizei errichtete Barriere, die in Bolivien ¨la tranca¨ genannt wird. Ich sah zwei Männer ohne Uniform, die mich mit Zeichen zum Anhalten aufforderten, hielt aber nicht an, weil sie nicht uniformiert waren und ich dachte, es könnte ein Überfall sein. Vor uns war jedoch ein dünner Draht über die Strasse gespannt, zusätzlich getarnt durch den Staub der Strasse. Ich versuchte eine Vollbremsung, kam aber nicht rechtzeitig zum Stehen und zerschnitt den Draht. Der Polizist kam sehr wütend angerannt, um mit mir zu sprechen. Nachdem er sich ein wenig beruhigt hatte, bat er höflich um die Motorradpapiere. ¨Ok. Aber jetzt musst du für 24 Stunden als Gefangener hierbleiben, weil du die Sperre durchbrochen hast.¨sagte er. ¨Senhor, der Draht so dünn, kann nicht sehen rechtzeitig.¨sagte ich in Portuanisch. Nachdem wir eine gute Weile diskutiert hatten, ließ er uns weiterfahren. Wir verbrachten noch einen weiteren Tag auf der Strasse voller Löcher und Schlamm und fielen zweimal mit dem Motorrad um, bevor wir endlich, schmutzig und müde, in Santa Cruz ankamen.
Die Anden
Wir setzten unseren Weg mit einem ruckelnden, spuckenden Motorrad fort. Es wurde bereits Nacht, als wir nach Cochabamba kamen. Dort werkelte ein Mechaniker an unserem Carburator herum, löste das Problem aber nur zum Teil. Wir fuhren spät aus der Stadt ab, verschätzten uns in der Entfernung und waren mitten in den Bergen, als es dunkel zu werden drohte.
Wir kamen in ein Dorf mit Namen Japo. Es gab kein Restaurant und kein ¨alojamento¨. Aber der unbeschreibliche Freddy, ein Herr, der als Wächter einer Unterkunft für die Arbeiter eines Straßenbauunternehmens arbeitet, bot uns an, in seiner Unterkunft zu schlafen. Er langweilte sich offensichtlich, war etwas einsam. Er kochte Tee, damit wir uns aufwärmen konnten. ¨Von den brasilianischen Fussballclubs mag ich Santos Futebol Clube am liebsten, denn als ich Kind war hatte ich das Glück, das Team in Cochabamba spielen zu sehen, mit Pele und Consorten.¨ sagte Freddy. Wir verbrachten eine ruhige Nacht, schliefen aber wenig wegen des Sauerstoffmangels an diesem Ort auf über 4000 Meter Höhe. Auf dem Weg nach La Paz blockierte eine Gruppe Studenten die Landstrasse, mitten in der Hochebene der Anden. Die Strasse war voller Steine, niemand kam durch. LKWs und Busse, alles stand.
Wir mogelten uns durch bis nach vorne. Einer der Studenten hielt uns an und fragte, ob Militär käme. ¨Nein¨, sagte ich. Die Studenten wurden ruhiger. Ich begann, mich mit ihnen zu unterhalten. Sie sagten, dass es sich um einen Protest handelte, sie forderten mehr Gelder für die Universität. Ich erzählte, dass die Probleme in Brasilien die gleichen sind und versuchte ihnen zu zeigen, dass ich vollkommen einverstanden war mit der Protestaktion, denn indem sie die Strasse blockierten, schnitten sie die Stadt von einer Versorgungslinie ab.
Den Studenten gefiel die Idee, Fotos für unsere Internetseite zu machen. Ich sagte ihnen, dass so die Welt sehen werde, wofür sie kämpfen.
Legenden zufolge war Tiwanaku gemeinsam mit dem Titicacasee die Wiege des Andenvolkes. Der Staat Tiwanaku dehnte sich über 600 000 Quadratkilometer aus, über Teile von Bolivien, Argentinien, Chile und Peru. Tiwananku war die größte Hauptstadt im präkolumbianischen Amerika, maß 6 Quadratkilometer. Ab 1500 vor Christus ist ein Dorf nachgewiesen, die Stadt erreichte ihre größte Ausdehnung ca. 1200 nach Christus. Wir waren sehr beeindruckt von den Ruinen.
Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg Richtung Peru. Auf einer wunderschönen Strasse fuhren wir am Titicacasee entlang.
Am 26. 10. 05 überquerten wir die Grenze nach Peru.
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