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12_2005
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Am 1.12.05 kamen wir nach Nicaragua. Wie in mehreren anderen Ländern auch war es etwas anstrengend, die Grenze zu überqueren. Sobald wir uns nähern, umringt eine Menschenmenge das Motorrad. Manche wollen, dass wir unser Geld bei ihnen tauschen, andere bieten ihre “Hilfe” bei der Bewältigung des Papierkrieges an und manche betteln einfach. Es ist nicht immer leicht, alle freundlich zu behandeln. Trotzdem hat es mich betroffen gemacht, eine Touristin zu sehen, die einer Bettlerin einfach ihren Müll in die Hand drückte. Wie schade, dass jemand, der reist, so wenig Respekt für die Bewohner des besuchten Landes hat.
In Nicaragua gibt es eine Menge aktive und inaktive Vulkane. Das Land ist Teil des sogenannten “pazifischen Feuergürtels”. Einige Vulkane formen sehr schöne Konen, die aus der ebenen Landschaft hervorstechen. Die Erde ist fruchtbar und das tropische Klima erlaubt in den Staaten Zentralamerikas den Anbau von Kaffee, Zuckerrohr usw. Zwei Vulkane schauten wir uns aus der Nähe an, zunächst den Vulkan Masaya. Im Nationalpark Vulkan Masaya gibt es mehrere Krater, die größten sind ein inaktiver und ein aktiver, der ständig Gase ausspeit.
Für die Indios,
die die Region vor
der Ankunft der
Spanier bewohnten,
war der Vulkan ein
leicht zu
verärgernder Gott.
Sie brachten Opfer
dar, um ihn zu
besänftigen, unter
anderem auch Kinder
und Jungfrauen. Die
Spanier dagegen
fanden, dass der
Vulkan der “Höllenschlund”
sei und errichteten
ein Kreuz, um den
Teufel zu bannen.
Leider gab es keinen qualifizierten Führer für uns, einige Kinder “passen auf”, damit die Touristen nicht in die Löcher fallen. In Zentralamerika sind Kinderarbeit und –prostitution leider leicht zu finden.
El Salvador
Wir nutzten die
Es handelt sich um den Gott Xipe-Totec, Gott der Fruchtbarkeit, des Frühlings und des Krieges. Zusammen mit Tlaloc (Gott des Regens) und Quetzalcoatl (Gott des Windes) einer der wichtigsten Götter der Mayas. Sein Fest ist Tlacaxipehualitzli im zweiten Monat des Jahres (März unseres Kalenders). Ihm zu Ehren wurden Menschen geopfert. Von El Tazumal fuhren wir zur Grenze von Guatemala.
Von Guatemala
nach Mexiko-Stadt
Ein Jugendlicher erzählte uns von dem Hurrikan, der diese Schäden verursacht hatte. Alsbald lernten wir auch den Unterschied zwischen mautpflichtigen und nicht mautpflichtigen Strassen kennen: Erstere sind sauteuer und zweitere eng und voller Kurven. In kurzer Zeit waren wir auf mehr als 2000 Metern Höhe. Zu unserer Überraschung lief das Motorrad gut. Wir schrieben dies dem mexikanischen Benzin zu, das wohl etwas besser ist als das der Andenländer. Wir hielten in Mitlan, wo ein qualifizierter Führer uns half, die ersten Schritte im Verständnis der Geschichte seines Landes zu tun.
Wir erfuhren, dass außer den berühmten Mayas und Azteken viele weitere Völker das Land bewohnten, das heute Mexiko ist. Die Stadt Mitlan wurde von einem Volk namens Zapoteca gegründet. Menschliche Gegenwart lässt sich ab der Periode Monte Alban II (1- 200 v. Chr.) nachweisen. Als Monte Alban als Hauptstadt verschwand (siehe unten), wurde Mitla zu einem Kontrollzentrum der Zapoteca über das gesamte Tal ausgebaut. 1421 wurde die Stadt von den Azteken eingenommen. Ihre größte Ausdehnung hatte sie in der späten klassischen Epoche (900- 1521).
Mit ihnen lernten wir die Hauptstadt des Volkes Zapoteca kennen. Seit der Antike war Monte Albán bewohnt und ein wichtiges kulturelles Zentrum. Mindestens 16 ethnische Gruppen lebten dort vor der Ankunft der Spanier.
Monte Albán war eine der wichtigsten Städte Mesoamerikas während drei Jahrhunderten, 500 bis 800 n. Chr. Danach wurde die Stadt plötzlich aufgegeben. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Archäologen nehmen an, dass das Land in der Umgegend ausgelaugt war und eine Hungersnot ausbrach. Die Bewohner verließen die Stadt und gründeten neue in der Nähe.
Wir verbrachten den ganzen Tag auf dem Motorrad und kamen abends nach Puebla. Zum ersten Mal hatten wir an den Tankstellen kein Glück, gleich zweimal wurden wir abgewiesen. Ein Sicherheitsbeamter erklärte uns, dass unser Zelt einen “Skandal” heraufbeschwören würde. Als wir das hörten, beschlossen wir, die Nacht lieber im Hotel zu verbringen.
Choluteca: Dieser Altar wurde gebaut, nachdem die große Pyramide bereits verlassen war. Es fanden sich Schädel von Kindern, die hier enthauptet wurden. In der Religion der Choluteca waren die Kinder Boten, die Tlaloc, den Gott des Regens, um Regen bitten sollten.
Museum des
großen Temples,
Mexiko-Stadt: Statue
von Mictlantecuhtli,
Gott des Todes. Der
Mythologie der
Azteken zufolge
wohnt er zusammen
mit seiner Frau an
einem dunklen Ort
ohne Ausweg. Dorthin
kommen die Seelen
der Menschen, die an
Krankheit oder Alter
sterben, nach einer
vierjährigen
Wanderung voller
Hindernisse und
Gefahren. Die Seelen
der in der Schlacht
gefallenen Krieger
gelangen dagegen in
den Himmel.
Das Reich der
Azteken erstreckte
sich vor der Ankunft
der Spanier auf das
gesamte heutige
Mexiko. Tenochtitlan
wurde 1325 auf einer
Insel im See Texoco
gegründet. Die
Spanier zerstörten
die Stadt völlig
und nutzten die
Steine der Tempel
und Paläste beim
Bau ihrer eigenen
Kirchen und Häuser. Mexiko: Von
Mexiko-Stadt bis zum
Tor von Yucatán Von Janina, 29.
12. 05 Von Mexiko- Stadt aus fuhren wir Richtung Vera Cruz, einem der großen Häfen Mexikos, um etwas über Schiffspassagen nach Europa herauszufinden. Wir hielten in Tlaxcala, um die Ruinen Cacaxtla und Xochitecatl anzuschauen. Die Koordinaten des Ortes sind: N 19º14’631’’ W 98º20’942’’ Höhe 2365m.
Die Stadt wurde von einer kulturellen Gruppe mit dem Namen Olmeca- Xicalanca bewohnt, die etwa 600 n.Chr. von der Küste des Golfes von Mexiko in die Region kam. Ca 1100 n. Chr. wurden sie von einer anderen Gruppe vertrieben, die unter dem Namen Tolteca Chichimeca bekannt ist. In dieser Zeit geschahen in ganz Mesoamerika wichtige Veränderungen. Migrationen zerstörten gesellschaftliche Ordnungen, die seit Jahrhunderten bestanden hatten. Im archäologischen Komplex Cacaxtla sind mehrere bemalte Wände erhalten. Ich war sehr beeindruckt von der Lebendigkeit und Ausdruckskraft dieser antiken Bilder.
Die spanischen
Eroberer errichteten
ein Kreuz mitten im
religiösen Zentrum
der Olmeca Xicalanca.
Respektlos. In Vera Cruz lief ich einen Tag lang kreuz und quer durch die Stadt, während Edson mit Kopfschmerzen im Bett lag. Ich sprach mit Leuten vom Zoll, von Frachtschiffunternehmen, Reisebüros und Luftfahrtlinien… Am Ende fand ich bestätigt, was wir schon vorher wussten: Von Miami gibt es Kreuzfahrtschiffe nach Europa -eine komplizierte und teure Option. Von Vera Cruz aus fahren nur Frachtschiffe, die das Motorrad, nicht aber uns mitnehmen könnten. Das Motorrad in ein Flugzeug zu verladen wäre wohl theoretisch möglich, ist aber teuer. Allerdings wäre die Möglichkeit des Frachtschiffes auch nicht gerade billig… Wir beschlossen, die Frage hintanzustellen und erst einmal Richtung Cancun zu fahren, um die Mayaruinen auf der Halbinsel Yucatan kennenzulernen. In den folgenden Tagen fuhren wir viel und hielten nur selten an. Die Distanzen in Mexiko sind groß und es gab wenig zu sehen. Wir versuchten, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg, die Mautstrassen zu umgehen. Erstens ist die Maut höher als in allen anderen Staaten Amerikas durch die wir gefahren sind und zweitens haben die Straßenbaugesellschaften hier die Angewohnheit, die Strasse nur ca. 5 Kilometer vor und nach der Mautstelle in Ordnung zu halten. Der Rest der “Autobahn” ist voller Löcher, was um so gefährlicher ist, als trotzdem jeder mit hoher Geschwindigkeit fährt. Um Problemen mit Touristen vorzubeugen, die sich vielleicht beschweren könnten, gibt es an jedem Mauthäuschen einen Wachmann, der sogleich mit einer riesigen Waffe vor dem Fahrzeug Stellung bezieht. Kurz nach der Stadt Minatitlan besuchten wir “La Venta”.
Wir fanden ein Museum mit riesigen Steinskulpturen vor, die ein Volk namens Olmeca hergestellt hat. Die Kultur Olmeca wird als die “Mutter” aller Kulturen Mesoamerikas angesehen. Die Olmecas lebten in La Venta zwischen 1200 und 400 v. Chr. Ihre Herkunft ist unbekannt, sie hatten typisch afrikanische Nasen und Lippen, aber chinesische Augen. Am Ausgrabungsort (den wir wegen des Regens nicht besuchen konnten) findet sich ein Gebäude aus Lehm, das an einen Hügel erinnert, und ein Grab mit riesigen Basaltsäulen.
Die Olmecas
verschwanden ohne
Hinweise über die
Gründe zu
hinterlassen. Erst
fünf Jahrhunderte
später kamen die
Mayas in die Region.
Weihnachten rückte
näher. Auf der
Suche nach einem
schönen Ort, um die
Festtage zu
verbringen, fuhren
wir am 23. 12. bis
in die Nacht hinein.
Am 24. mussten wir
leider feststellen,
dass wir mit der
Ciudad del Carmen
eine denkbar
schlechte Wahl
getroffen hatten.
Der Strand war, vor-
wie nachmittags,
völlig verlassen
und außerdem wenig
gepflegt. Es schien
geradezu, dass hier
niemand gerne am
Meer war. Die Stadt
an sich ist
hässlich. Wir
verbrachten also den
größten Teil des
Tages in der
Pension. Mit jeder
Stunde die
verstrich, drehte
der Besitzer des
Hotels die Musik
lauter. Als es Nacht
wurde, war der Lärm
unerträglich. Wir
suchten den Besitzer
auf und trafen ihn
reichlich betrunken
an. Er jammerte, wie
wichtig dieses Fest
sei und er sei
völlig allein…
Immerhin stimmte er
Edsons Vorschlag zu
und gab uns ein
Zimmer am anderen
Ende des Hofes. So
konnten wir
wenigstens in Ruhe
schlafen. Am
nächsten Morgen
waren wir froh, die
Stadt zu verlassen.
Leider fühlten sich
einige Polizisten
genötigt, uns den
Tag sogleich zu
verderben. Sie
kontrollierten ein
Auto mitten auf
einer Brücke. Einer
von ihnen machte uns
Zeichen,
vorbeizufahren.
Wenige Sekunden
später erschien ein
anderer und winkte
uns, zu halten. Er
sagte, ich hätte
die
Geschwindigkeitsbegrenzung
übertreten und das
würde die Brücke
beschädigen. Sein
Vorgesetzter zückte
sogleich Kuli und
Formular und begann,
einen Bericht
aufzusetzen. Mit uns
sprach er nur im
Kommandoton. Er
bestimmte, dass wir
nach Ciudad del
Carmen zurückfahren
müssten, um 2000
Pesos zu bezahlen
(in der Zwischenzeit
wollte er unsere
Pässe einbehalten),
oder ihm sofort 1000
Pesos geben. Wir
waren reichlich
sauer über diese
alberne Drohung, die
ganz offensichtlich
erfunden wurde, um
an den Touristen ein
kleines Taschengeld
zu verdienen. Um
unsere Situation
nicht zu
komplizieren,
bezahlten wir,
nachdem Edson eine
kleine Ewigkeit
herumdiskutiert
hatte, 400 Pesos und
fuhren weiter. Wir lernten Campeche kennen, ein Ort mit einer schönen spanischen Altstadt. Da wir kein Hotel mit Garage fanden, verließen wir die Stadt am späten Nachmittag. Ein weiteres Mal fuhren wir bis in die Nacht hinein und kamen schließlich in ein Dorf namens Hopelchen, wo wir uns einmieten konnten. Dort war Markt und das Dorf war voller weißhäutiger Menschen in traditioneller, offenbar europäischer Kleidung. Ich wurde sofort neugierig, aber als wir das Hotel verließen, waren die meisten bereits aufgebrochen. Wir trafen einen jungen Mann, der uns in gebrochenem Spanisch erklärte, dass seine Verwandten 1921 von Kanada eingewandert waren und deren Ahnen aus Holland kamen. Ich versuchte auch, mich mit einer Frau zu unterhalten, aber sie sah uns nur sehr erschreckt an und senkte den Blick. Ihr Ehemann bestätigte, was uns der junge Mann gesagt hatte. Er verstand, was ich in Deutsch sagte, antwortete aber in Holländisch. Edson fand es erschreckend, dass der Mann uns, als er hörte, dass ich aus Deutschland bin, nur mit einem konfusen Blick bedachte und sagte: “Ah, Deutschland… Das ist wohl sehr weit, oder nicht?” Offensichtlich hatte er keine Ahnung, von wo seine Vorväter gekommen waren. In den nächsten Tagen sprachen wir noch öfter über das Thema Migration. Bräuche, die im neuen Land keinerlei Sinn machen, werden über Generationen aufrechterhalten und die Menschen bleiben gefangen zwischen gestern und heute, ausgeschlossen aus dem Herkunfts- genauso wie aus dem Einwanderungsland. Von Hopelchen gelangten wir am nächsten Tag ans Tor der Halbinsel Yucatan.
Von Hopelchen
fuhren wir direkt in
den mexikanischen
Bundesstaat Yucatan • Sayil: Eine
der grossen Städte
der Region Puuc. Sie
erreichte eine
Multifunktionaler Bau der politischen Elite, der bis zu 350 Personen Platz bot. Ruinen Sayil, Mexiko.
Südpalast der Ruinen Sayil, Mexiko • Labná: In
Labná gibt es
Beweise für
menschliche
Besiedelung seit dem Ruinen Labná, Mexiko
• Uxmal: War
die wichtigste Stadt
Puucs. Mit 20 000
Einwohnern
dominierte
Von Puuc aus
fuhren wir nach
Merida. Dort suchten
wir das Konsulat
Kubas auf
Besonders bemerkenswert ist dass die Spieler, die als Helden aus dem Spiel hervorgingen, hinterher den Göttern geopfert wurden, um als Boten zu fungieren. Von Chinchen Itza
fuhren wir nach
Cancun. Schließlich
und endlich waren
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