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Reisefertig:

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Die ersten Kilometer
(Text von Janina, 30.8. 05)

17.8.2005: Aufbruch aus Coroatá. In Erinnerung bleibt der Abschiedsschmerz,
aber auch die Vorfreude und die Neugier auf das, was kommt. Es gelingt uns,
ohne Hektik loszufahren. Wir hatten uns nicht auf ein Datum festgelegt,
sondern stets gesagt: Wenn alles fertig ist, fahren wir. Diese Taktik macht
sich jetzt bezahlt. Die ersten Kilometer bewegen wir uns auf vertrautem
Boden, bei Maria Baianos Eltern in Vargem Grande essen wir zu Mittag.

 

Ab 14.00 Uhr sind wir im Neuland unterwegs.

Unser erstes großes Ziel: Sobral, Ceará, wo Edson seine Verwandten väterlicherseits suchen und kennenlernen möchte.
Aber bis dahin sollte schon so viel passieren...

Die erste Nacht verbringen wir in Brejo. Ein Motorradttaxifahrer bringt uns
zu seinem Nachbarn, einem Stadtrat. Wir werden grosszuegig aufgenommen,
duerfen unser Zelt im Garten aufschlagen und werden gleich zum Abendessen
eingeladen. Brasilien eben... Die Stadt Brejo an sich ueberrascht uns mit
einem sehr interessanten Kulturzentrum, wir sehen Exponate aus der Zeit der
Sklaverei. Hoehepunkt der Ausstellung ist fuer uns ein versteinerter
Schaedel eines Urmenschen.

Die nächste Nacht verbringen wir bereits im Piauí, auf einer Wiese
gegenüber der Polizeiwache. Von nun an wird die Suche nach einem geeigneten
Platz zum campen nach und nach zum Ritual.
Im Nationalpark Sete Cidades (Sieben Städte) sehen wir fantastische
Felsformationen. Früher hielten die Menschen sie für Städte einer
geheimnisvollen Zivilisation, daher der Name. Tatsächlich ist bis heute
kaum erforscht, welche Menschen vor ca. 5000 Jahren die Malereien an
den Felswänden hinterließen. Meine Begeisterung wird nur von der
fürchterlichen Hitze gedämpft...

Sete Cidades Felszeichnung

Nationalpark, Ubajara Felsen Kopf von Don Pedro II.

Nationalpark Sete Cidades, Piaui.

Nationalpark, Ubajara Felsbogen Brasilienkarte, Nationalpark Sete Cidades.
Nationalpark, Ubajara Tropfsteinhoehle 1 Wenige Kilometer spaeter ein weiterer Nationalpark, Ubajara.Mit der Seilbahn fahren wir durch ein herrliches Bergpanorama. Ausserdem sehen wir
eine Tropfsteinhoehle.
Nationalpark, Ubajara Tropfsteinhoehle 1 Abends allerdings geraten wir in eine Stadt, in der die Polizei uns von einer Uebernachtung abraet. Fahren wir eben noch ein paar Kilometer. Im Abendlicht geht es eine herrliche, wenn auch nicht ganz
ungefaehrliche Passtrasse hinunter. An der Tankstelle in Mucambo, Ceará,
werden wir begeistert aufgenommen, von allen Seiten bestaunt und mit Bohnen fuer das Abendessen versorgt.
 

Am naechsten Tag ist es dann soweit: In der Serra do Rosario, Ceará
(Bergkette „Rosenkranz“) beginnen wir die Suche nach Edsons Verwandten. Die
gestaltet sich einfacher, als ich dachte. Die Anfahrt ueber eine kurvige
Schotterstrasse ist abenteuerlich, aber wunderschoen. Bereits die ersten
Personen, die wir fragen, kennen den Namen Ripardo und schicken uns in das
richtige Dorf. Wir ueberqueren den Pass (hier gibt es wieder Asfalt) und
fragen in Contendas nach der Familie. „Gleich da vorne hat eine Ripardo
einen Laden“ lautet die Antwort. Die naechsten Momente werden wir schwerlich
jemals vergessen... Wir verbringen die folgenden Tage zwischen einer Unmenge
von Verwandten, die uns alle mit der gleichen Waerme und Begeisterung
aufnehmen. Die meisten wohnen in Sobral selbst. Wir nutzen die Gelegenheit,
die Stadt zu besichtigen und einige organisatorische Dinge zu erledigen.
Gemeinsam mit einer ganzen Truppe von Verwandten kraxeln wir hinauf in die
Berge zum Elternhaus von Edsons Vater. Es ist gut erhalten, aber unbewohnt,
die Familie nutzt es als Ausflugsziel. Der Blick auf Sobral ist fantastisch,
das Essen mehr als reichlich und der kuehle Bergwind wie geschaffen fuer ein
ausgedehntes Schlaefchen in der Haengematte. Unsere Reise hat wahrlich
wunderbar begonnen. Ausgeruht und noch ganz angefuellt von der Herzlichkeit
der Familie Ripardo machen wir uns zwei Tage spaeter auf den Weg Richtung
Paraíba.

Edson, Vaterhaus Edson Familie 1
Edson Familie 2 Edson Familie 3