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Edson vor der Statue von Padre Cicero, einem Volksheiligen in Juazeiro do
Norte, Ceará
Edson und Betimar,Geologieprofessor, in Crato, Ceará, Forschungszentrum
für Fossilien
São Cristóvão ist die viertälteste Stadt Brasiliens. Sie wurde am 1. 1. 1590 von Cristóvão de Barros gegründet.
Der Fluss São Francisco trennt die Staaten Sergipe und Alagoas.
Souza, Paraíba: Park der Dinosaurier, versteinerte Fussabdrücke
aus der Urzeit.

 

 

 

www.unb.br/ig/sigep/sitio026/sitio026english.htm

Das Tal der Dinosaurier befindet sich in der Ebene des Rio do Peixe im Sertao von Paraiba, im Munizip Souza. Der Park beherbergt Fußabdrücke, die dort vor mehr als 130 Mio Jahren entstanden. Er umschließt ein Gebiet von mehr als 700km², in dem Abdrücke von mehr als 80 Spezies gefunden wurden.  
Edson fühlt sich wie in der Dinozeit.
Santa Luzía, Paraíba
Santa Luzía: Treffen mit Geologiestudenten
Sonnenaufgang am östlichsten Punkt Südamerikas, João Pessoa, Paraíba

100km nördlich von Recife an der Atlantikküste gelegen, bildet João Pessoa, die Hauptstadt des Bundesstaates, den östlichsten Punkt Brasiliens.

Interview zur Geschichte Pernambucos mit Luíz, Goiana, Pernambuco

Pernambuco ist ein Bundesstaat im Nordosten Brasiliens. Die Hauptstadt heißt Recife.
Pernambuco wurde als Capitania  gegründet. König João III. unterstellte es Duarte Coelho. Pernambuco war auch eines der wenigen prosperierenden Kapitanate.
Seit 1534 war die Region unter portugiesischer Herrschaft. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts hatte sie eine hohe Bedeutung als Zuckerexporteur. Seitdem war Pernambuco Schauplatz mehrerer Revolten und seine Bedeutung ging stetig zurück. Heute gehört dieser Bundesstaat zu den ärmsten Brasiliens.

Serra da Barriga
Text von Edson, September 2005

Als Brasilien portugiesische Kolonie war, versklavten die Portugiesen Indios
und Schwarze, die sie aus Afrika verschleppten. Das Regime der Sklaverei war
grausam. Um den Misshandlungen zu entkommen versuchten die Sklaven stets zu
fliehen. Die Indios hatten in den meisten Fällen Erfolg mit ihrer Flucht,
denn sie kannten die Wildnis wie niemand sonst. Die Schwarzen dagegen nicht,
sie waren ja nicht von hier. Deshalb suchten sie möglichst versteckte Orte
mit  schwierigem Zugang. Die Orte, wo sie sich niederließen, erhielten den
Namen Quilombo und die Bewohner (die flüchtigen Schwarzen) waren
Quilombolos.
Der Quilombo von Palmares war der grösste und der bekannteste von allen, er
befand sich in der Serra da Barriga (“Bergkette zum Bauch”), die zum Munizip
União dos Palmares, Alagoas, gehört.
Die Serra da Barriga befindet sich  an den Koordinaten: Breite Süd 9 Grad
10`198``, Laenge  West 36 Grad 05`285``, Höhe 99 Meter

Die Serra da Barriga zu besuchen ist etwas besonderes, denn sie symbolisiert
den Kampf der Sklaven für das Ende ihres Leides. Eine nicht gerade gut
erhaltene Strasse führt hinauf zum Gipfel. Man kann sich vorstellen, wie
schwierig es für die Schwarzen war bis dorthin zu gelangen, zu einer Zeit
zu der es nicht einmal einen Pfad gab. Aber die Wahl von Orten, die
abgelegen und schwierig zu erreichen waren, geschah absichtlich, denn so
fühlten sie sich sicherer. Der Berggipfel diente auch als Aussichtspunkt.
Sie konnten gleich sehen, wenn sich Feinde in der Absicht näherten, sie
wieder zu fangen.


Oben am Aussichtspunkt war meine Emotion groß. Ich, ein schwarzer
Brasilianer, fühlte mich in diesem Moment wie… Ganga Zumba, wie… Zumbi, als
wäre ich irgendeiner dieser Schwarzen im Kampf, denn hier war der Ort der
größten Schlachten zwischen den Schwarzen und den Männern, die für die
Herren der Plantagen arbeiteten, armen Männern die absolut gar nichts
dafür gewannen, dass sie andere Menschen misshandelten.

Durch den Sertão und Gegenden mit Zuckerplantagen
Text von Janina, September 2005

Nachdem wir Sobral verlassen hatten, wurden die braunen Hügel des Sertão zu
unseren ständigen Begleitern. Wir durchquerten den Bundesstaat Ceará
Richtung Süden. Kilometer an Kilometer ausgedörrter Landschaft, Pflanzen
ohne Blaetter, abgebrannte Felder. Der Hals wurde trocken nur vom heissen
Wind. Sichtbar war der Kampf der Menschen um das Überleben, sie züchten
Ziegen und pflanzen das wenige, was das Klima erlaubt.
Wir hielten in der Stadt Quixadá, einem wunderschönen Ort, der umgeben ist
von Felsen. Zufällig war der Praesident Lula dort, um ein Projekt zur
lokalen Entwicklung einzuweihen. Wir besuchten die sogenannte Serra do Bispo
(“Bergkette des Bischofs”), wo sich der Walfahrtsort von Maria zur
unbefleckten Empfängnis, Königin des Sertão befindet. In der Kathedrale
werden die Schutzpatroninnen aller lateinamerikanischen Länder geehrt. Man
sieht ein Bild der Patronin und die Fahne des jeweiligen Landes. Ebenfalls
in Quixadá haben wir einen Stausee kennengelernt, dessen eindrucksvoller
Damm unter Dom Pedro II (dem letzten Kaiser Brasiliens, Ende des 19. Jhds)
erbaut wurde. Jeder Stein erzählt die Geschichte der Sklaven die hier
arbeiteten, litten und starben.

Staudamm in Quixada (assude em Quixada)


Wenig später gelangten wir nach Quixeramobim, eine Stadt, über die Edson
eine schöne Reportage im Lokalfernsehen von Fortaleza gesehen hatte. Dort
angekommen mussten wir feststellen, dass es weder Felsformationen noch
Wasserfälle gibt. Wir lehnten das Angebot eines sehr netten aber leider
sehr betrunkenen Mannes ab, in seinem Haus zu übernachten und setzten
unsere Reise fort.
In Juazeiro do Norte besuchten wir das Denkmal von Padre Cicero, einem
Volksheiligen Brasiliens. In der Nachbarstadt, Crato, hatten wir
Privatstunde mit Betimar, einem Geologen, der Forschungen zu den Fossilien
der Region macht.  Im Tal von Carirí finden sich die Fossilien weltweit
bester Qualität, nicht nur Meeresbewohner, sondern auch Pflanzen und
Insekten aus Phasen, in denen die Gegend trocken war oder das Süßwasser
dominierte.
Wir betraten Paraíba in Cajazeiras und folgten der BR (Nationalstrasse)
direkt zur Küste. Wir fuhren durch die Serra da Borborema und die
Landschaft veränderte sich brüsk. Welche Wohltat für die Augen, endlich
wieder Grün zu sehen! Wir übernachteten in Riachão do Bacamarte, wo wir
wiedereinmal von der Gastfreundschaft der Nordestinos (Brasilianer im
Nordosten des Landes) profitierten: Eine ältere Dame liess uns in einem
großen und antiken Haus übernachten, das sie nur benutzt, wenn sie Besuch
bekommt. Die Dorfgemeinschaft empfing uns mit großer Neugier und
Herzlichkeit.
Die nächste Nacht verbrachten wir in João Pessoa, in einer Pension am
Strand. Mir hat das Museum für sakrale Kunst gefallen, eine Kirche
Barockstil mit vielen Elementen regionaler Kunst.
Nun fuhren wir die Küste hinunter, stets Richtung Süden. Die Landschaft
wird hier von Zuckerrohrplantagen dominiert.

Hügel in sattem Grün, das
Zuckerrohr bewegt sich leicht im Wind, einige Zuckerraffinerien stechen
daraus hervor. Wir kamen an Häusergruppen vorbei, die antik erschienen.
Grosse, schöne Häuser, ganz weiss gestrichen, breite Alleen…Ob die
Sklavenhütte wohl hier drüben war? Wir hielten nicht an, um der Frage
nachzugehen. Während der Fahrt versuchte ich mir das Leben in diesem Land
in der Vergangenheit vorzustellen: Reiche, unnachgiebige Herren, Damen, die
vom Leben ohne Vergnügungen gelangweilt sind, der Schmerz und das Leid der
Sklaven… Ich kehrte zurück in die Gegenwart, als wir an einem der zahllosen
Camps der Sem-Terra (Landlosenbewegung Brasiliens) vorbeifuhren, die es hier
gibt. Neben der roten Fahne der Bewegung die Fahne Brasiliens, in der Mitte
durchgerissen. Abends singt Edson: “Que país é esse…” (“Was ist das nur für ein
Land…”) von Legião Urbana.
In Goiana sprachen wir mit einem ortsbekannten Philosophen. Herr Luíz, 83
Jahre, erzählte uns etwas über die Geschichte der Stadt und ganz
Brasiliens. Er ist ein glühender Verteidiger der königlichen Familie.
Wir lernten Olinda kennen, eine Stadt mit einem sehr interessanten und
hübschen historischen Ortskern. Der Versuch, Recife kennenzulernen, war von
wenig Erfolg gekrönt: Es war Sonntag, alles geschlossen, es war niemand
unterwegs, der uns hätte informieren können (das Mädchen, das wir in der
Touristeninformation antrafen, hatte leider kaum Ahnung von der Stadt) und
die interessanten Punkte waren sehr weit von einander entfernt. Wir
schafften es nicht, eine Bank mit funktionierendem Automaten zu finden.
Frustiert kehrten wir in unsere Pension in Olinda zurück.
Wir folgten weiterhin der Küste und lernten den ersten Nacktbadestrand des
Nordostens kennen, Tambaba. In Palmares trafen wir wieder auf die BR.
Der nächste Halt war União dos Palmares (siehe den Text von Edson). Hier,
ebenso wie in einem Dorf nahe bei Porto Real do Colégio, verbrachten wir die
Nacht in einer Schule. Wie schön  ist die Bereitschaft der Menschen, uns zu
helfen! Wir fuhren durch mehrere historisch interessante Städte. Marechal
Deodoro, wo der erste Präsident der brasilianischen Republik geboren wurde,
enttäuschte uns ein wenig. Laranjeiras, bereits nah bei Aracaju, hat
dagegen ein sehr interessantes Museum. Wir sahen Folterinstrumente aus der
Zeit der Sklaverei und mehrere lebensgroße Puppen, die die Geister und
Götter des Candomblé (brasilianischer Synkretismus, Mischung von
afrikanischen, indianischen und christlichen Elementen) darstellen.
Wir lernten São Cristovão kennen, viertälteste Stadt Brasiliens. In
Estância bogen wir auf die sogenannte Linha Verde (“grüne Linie”) ab. Nach
der Strasse voller LKW`s und Schlaglöchern war dies eine wahre Wonne.  Auf
dem Weg nach Salvador fuhren wir durch Praia do Forte. Das Projekt Tamar
kannte ich schon von der Reise mit meiner Mutter, aber es war schön, die
Meeresschildkröten erneut zu sehen.

Das Fort Garcia D`Avila war im vergangenen Jahr geschlossen, aber diesmal
lernte ich diese sehr interessante Ruine kennen.


Garcia D`Avila war der Sohn von Tomé de Souza,
dem ersten Präsidenten Brasiliens. Gemeinsam mit seinem Sohn Francisco Dias
D`Ávila erbaute er das Casa da Torre (“Haus des Turmes”) zwischen 1551 und
1624. Es ist das erste große portugiesische Bauwerk in Brasilien. Es diente
als Fort und Beobachtungspunkt, um die Küste zu überwachen. Außerdem ist
es das einzige feudale Schloss in Amerika und war Sitz des ausgedehntesten
Großgrundbesitzes der Welt (800 Quadratkilometer), der sich vom Bundesstaat
Pará bis zur Bahia erstreckte.


Am 9. September kamen wir in Salvador an. Wir hatten ein weiteres großes
Ziel unserer Reise erreicht.

Salvador und Porto Seguro

Text von Edson, 25.September 2005

Salvador war die erste Hauptstadt Brasiliens. Heute ist die Stadt weltweit bekannt und Millionen Touristen besuchen sie jedes Jahr. Der Pelourinho, ihr historisches Zentrum, zieht  wegen seiner kulturellen, historischen und architektonischen Bedeutung mehr Menschen an als die Strände. Wie uns Bewohner sagten, wurde der Pelourinho an sich (eine Säule, an der die Sklaven angebunden und bestraft wurden und der dem historischen Zentrum seinen Namen gab) zerstört, weil er nur traurige Erinnerungen wachrufen würde und die Nachkommen der Sklaven nicht ständig an das Leid ihrer Vorfahren erinnert werden wollen.

Porto Seguro ist der Ort an dem die Portugiesen ankamen, als sie Brasilien entdeckten und war das erste portugiesische Dorf Brasiliens. Wenige Momente nach der Ankunft betrachtete Cabral (der Komandant der portugiesischen Flotte) das Meer von oben und sah ein Korallenriff, das verhinderte, dass die Wellen mit Gewalt in den Hafen brachen. Deshalb sagte er angeblich: "Mann, das ist ein sicherer Hafen (um porto seguro)!" Daher der Name der Stadt. Cabral und seine Männer waren sogleich besorgt einen Gedenkstein zu errichten, um die Inbesitzname des Landes zu dokumentieren, das sie überfielen (nicht "entdeckten"). Alsbald begann die Ausbeutung und die Zerstörung des atlantischen Regenwaldes. Wenige Tage nach der Ankunft rodeten die Portugiesen eine enorme Fläche am Strand, um die erste katholische Messe in Brasilien zu feiern. Bestimmt war es für die Indios eine echte Show, so kurz nach dem ersten Kontakt mit dem weißen Mann. Nachdem sie die Portugiesen freundlich willkommengeheißen hatten, bekamen die Indios als Dank Misshandlung und Sklaverei, gewaltsame Veränderung ihrer Kultur, ihre Kulte, Bräuche usw. Wir besuchten den Nationalpark Monte Pascoal (Monte Pascoal ist der Berg, den Cabral als erstes sah, als er sich der brasilianischen Küste näherte). Es führte uns ein Mädchen aus dem nahen Dorf, sie ist vom Stamm der Pataxó, spricht die Sprache ihrer Väter nicht, kennt ihre Geschichte und ihre Bräuche nicht. Sie bezeichnet sich als Frucht der Mischung zwischen Indios, Weißen und Schwarzen. Dies sind die Untaten, die die Portugiesen mit den Indios begingen, die sie in Brasilien antrafen. Sie zerstörten die kulturelle Identität der Mehrheit der Eingeborenen.

 

Minas Gerais
Wir fuhren durch die Serra dos Aimorés und betraten den Bundesstaat Minas Gerais in Nanuque. Bis Teófilo Otoni fuhren wir in östlicher Richtung, dann fuhren wir die BR (Bundesstrasse) Richtung Süden bis Caratinga.

Dort verließen wir die BR Richtung Cons. Lafaiete und passierten die wichtigsten historischen Städte des Bundesstaates, Mariana, Ouro Preto und Congonhas. Anschliessend fuhren wir die BR 040 hinunter, direkt Richtung Rio de Janeiro.

 

Wie Edsons Text zeigt, ließen sich die Portugiesen, als sie Brasilien entdeckten, natürlich zuerst an der Küste nieder. Sie brauchten jedoch ständig mehr Land und vor allem Arbeitskräfte, will sagen Sklaven. Deshalb begannen im XVIII. Jahrhundert Gruppen wagemutiger Männer, das Landesinnere zu erschließen. Als diese sogenannten Bandeirantes nach Minas Gerais kamen, fanden sie dort, was jeder in den Kolonien zu finden hoffte: Gold und Edelsteine. Es waren riesige Mengen. Bis heute ist nicht sicher, welche Reichtümer aus den Minen gewonnen wurden, die später dem Bundesstaat seinen Namen gaben. Die Städte die in dieser Zeit gegründet wurden, strahlen bis heute. Stolze Häuser, geschmückte Plätze und vor allem überreiche Kirchen.

Der vorherrschende Stil ist Barock, die meisten Arbeiten sind aus vergoldetem Holz. Welches Geschick der Künstler seinerzeit- und welche Demonstration von Macht und Reichtum der Kirche! Ich bewundere die Arbeiten und weiche zugleich zurück, weiß ich doch, dass der Preis für diesen Luxus die Entvölkerung Afrikas und die Ausrottung der Indios in Amerika war. Denn es waren die Sklaven, die die Minen für die Portugiesen ausbeuteten und in unaussprechlichen Situationen litten. Während das Auge sich in den Details der Ornamente verliert, schmerzt mein Herz: Mein Gott, Kirche sollte nicht so sein... Unter den Künstlern, die in Minas Gerais arbeiteten, tut sich der sogenannte Alejadinho hervor (http://congonhas.caldeira.adv.br/). Er ist berühmt für seine lebendigen Figuren. Auch nachdem er wegen einer unheilbaren Krankheit seine Hände verloren hatte, arbeitete er weiter, die Werkzeuge an den Armstümpfen angebunden. Wir sahen seine Werke in allen historischen Städten, aber die beeindruckendste Begegnung war in Congonhas. Außer den Figuren der 12 Propheten am Eingang der Basilika stellte er das Leiden Christi in 7 Szenen mit lebensgroßen Figuren da. Die Szenen sind so lebendig, dass der Betrachter sich in sie hineingestellt fühlt. Ich musste mich richtig anstrengen, um wieder in die Gegenwart zurückzukehren, nachdem ich die Kapellen besucht hatte, wo die Figuren sich befinden...

Rio de Janeiro und São Paulo
Text von Janina, 2.10.05
Im Bundesstaat Rio de Janeiro haben wir zunächst das Museu Imperial in
Petropolis besucht. Die ehemalige Sommerresidenz des portugiesischen
Statthalters in Brasilien ist sehr gut erhalten und zeigt Gegenstände aus
dem Alltag der Familie des Imperadoren. Besonders beeindruckt hat uns die
Krone von Dom Pedro II. Der Palast vermittelt einen sehr lebendigen Eindruck
vom Reichtum, Luxus und der Eleganz der Kolonialzeit Brasiliens.
In Rio de Janeiro haben wir einen ganzen Nachmittag damit verbracht, eine
Pension zu suchen. Dabei haben wir das Viertel St Tereza bestens
kennengelernt. Ich weiß nicht, wie oft wir den Hügel rauf und
runtergefahren sind, stets auf der Flucht vor den Wägen der Stadtbahn
"bonde".

www.csey.de/rio/stt.htm

 

Weiter haben wir das Museu National besucht. www.museuhistoriconacional.com.br/

Mehrere Säle werden gerade restauriert, aber die ägyptischen Mumien waren wirklich sehr
interessant. Mir haben die Skelette der Riesensäuger besonders gut
gefallen. Ich wusste nicht, dass es in der Vorzeit außer den Dinosauriern
noch andere derartig riesige Tiere gab. Wir sind auf den Corcovado gefahren
(wo die berühmte Christusfigur steht) und natürlich waren wir am Strand,
aber das Wetter lud nicht zum Bleiben ein.


São Vicente, SP, ist die älteste Stadt Brasiliens. Sie wurde am 22. Januar 1532 vom portugiesischen Seefahrer Martim Alfonso de Souza gegründet. Sie war Hauptstadt des Bundesstaates Sao Paulo und für 117 Jahre, von 1532 bis 1549, Hauptstadt Brasiliens.

Nach unserer Abfahrt aus Rio wurde das Wetter deutlich schlechter. Zum
ersten Mal fuhren wir zwei Tage nur im Regen. Es wurde geradezu schwierig
all die nassen Sachen zu trocknen. Wir wurden nämlich gründlich nass- und
stellten auf diese Weise fest, dass unsere Ausrüstung nicht gerade geeignet
war für den Süden Brasiliens... Deshalb kauften wir in São Paulo einiges
ein. Zunächst hielten wir aber in São Vicente, der ersten Stadt Brasiliens.
Ich war etwas enttäuscht. Gemeinsam mit Santos bildet São Vicente schlicht
eine riesige Stadt. Es gibt kein historisches Zentrum, nur einige Repliken
von Häuserfronten und die Ausrüstung für ein Theaterstück, das jedes
Jahr am Strand aufgeführt wird.
In São Paulo kauften wir also Regenjacken und Edson bekam seinen
internationalen Führerschein in der Rekordzeit von 10 Minuten. Ich fand ja,
dass er ihn verdient hatte: Wer sich in São Paulo zu helfen weiß, kann
bestimmt an jedem Ort der Erde Motorradfahren. Zum Glück kennen die
Bewohner São Paulo gut und erklärten uns den Weg stets sehr sorgfältig.
Wir verbrachten eine Menge Zeit damit, zu versuchen, eine Versicherung für
unser Motorrad abzuschliessen- ohne Erfolg. Bevor die Stadt nur noch nervte,
beschlossen wir, weiterzufahren. Auf der Regis Bittencourt verließen wir
São Paulo Richtung Curitiba.