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Griechenland und Italien

(Text von Edson, Dezember 2008)

 

Zwei Jahre sind vergangen, in denen ich hier in Deutschland versuchte, Deutsch zu lernen. Ich gebe zu, dass ich mit dem Ergebnis bis jetzt nicht zufrieden bin. Deutsch ist wirklich keine einfache Sprache, aber ich denke, dass ich sie schon beherrschen würde, wenn die sozialen Strukturen hier andere wären. Das Problem ist, dass das Land schon mit Ausländern übersättigt ist, ich denke, dass ihre Anwesenheit den meisten Deutschen nicht besonders schmeckt. Immigranten, die Angst haben, das wenige Deutsch, was sie können, anzuwenden, wie es bei mir der Fall ist, aber auch Deutsche, die sehr wenig Geduld mit Leuten haben, die nicht gut sprechen können, sind zwei der Faktoren, die zu einer gewissen sozialen Exklusion der Immigranten beitragen. Ich spreche über den Süden Deutschlands, die Region, in der ich lebe, aber was ich so im Fernsehen sehe, ist dies wohl mehr oder weniger generell die Situation. Aber ich möchte deutlich sagen, dass die Regierung Deutschlands sehr wohl ein Programm zur sozialen Integration hat. Ich denke, dass ein Teil der Deutschen dagegen in gewisser Weise revoltiert, aufgrund der Tatsache, dass Immigranten, die legal in Deutschland leben, und arbeitslos sind, genau wie jeder andere Deutsche Sozialhilfe bekommen, Geld, das von den Deutschen Angestellten über Steuern aufgebracht werden muss. Ich glaube, dies ist der Hauptgrund für besagte Ablehnung. Aber in Bezug darauf können die Deutschen beruhigt sein, denn mein Ziel ist nicht, auf der faulen Haut zu liegen und von ihnen Geld zu bekommen, sondern zu studieren und Janinas Kultur so gut wie möglich kennen zu lernen, besonders jetzt, wo wir geheiratet haben.

Wo wir von Heirat sprechen, just von zweien, die das Abenteuer lieben: Unser Honeymoon konnte natürlich nicht anders als in Form einer langen Reise stattfinden... Im Oktober reisten wir vier Wochen lang zu historischen Städten in Griechenland und Italien. Schade, dass wir nicht mit dem Motorrad, sondern mit dem Auto fuhren. Zunächst fuhren wir bis Venedig, eine ganz besondere Stadt, nicht nur wegen ihrer Geschichte sondern auch wegen ihrer Wasserstraßen, den Kanälen. Wir besuchten sie schon zum zweiten Mal. Dort nahmen wir die Fähre und nach zwei Tagen auf dem Wasser landeten wir unter der griechischen Sonne in Patras. Es war halb sechs Uhr morgens und für mich begann dort ein weiteres großes Abenteuer, eine Reise über die peloponnesische Halbinsel, das Zentrum des antiken Griechenlands. Für Janina dagegen war alles, was uns erwartete, gut bekannt, weil sie bereits mehrmals mit ihrer Familie nach Griechenland gereist war. Aber für mich war es wie unsere erste Reise durch Lateinamerika, mit vielen Erwartungen, Fragen und Emotionen, weil wir uns ins Unbekannte aufmachten, na ja, nicht ganz, weil es sich um Dinge handelte, die ich aus der Literatur kenne.

Von Patras fuhren wir direkt nach Olympia. Als ich das Stadion betrat, machte ich eine kurze Reise in die Vergangenheit, indem ich mir vorstellte, wie die Feierlichkeiten der Spiele an diesem Ort wohl gewesen sind. Ich nutzte die Gelegenheit, um eine Runde um das Stadion zu laufen. Als Athlet aus ganzem Herzen hatte ich davon geträumt, einmal an einer Olympiade teilnehmen zu dürfen und nie die Chance dazu gehabt. Aber man könnte sagen, dass ich dieses Trauma geheilt habe, als ich im Stadion lief, auch wenn ich es allein tat.

Zwischen einer Stadt und der nächsten grillten wir manchmal zum Mittagessen Würstchen oder Fleisch am Straßenrand. Die letzte historische Stadt, die wir in Griechenland besuchten, war Delfi, die berühmte Stadt des Orakels. Von dort fuhren wir so schnell wie möglich zurück nach Patras, wo wir die Fähre nach Ancona in Italien nahmen. Wir fuhren direkt weiter nach Assisi, die Stadt des heiligen Franziskus.

Nachdem wir durch die Welt der Antike gereist waren, kam jetzt die Renaissance an die Reihe und wir lernten mit ihr ein gutes Stück Italien kennen. Die griechische Gastfreundschaft unterscheidet sich sehr von der italienischen, obwohl beide Länder zum Platzen mit Touristen gefüllt sind. Die Griechen scheinen einen inneren Frieden zu besitzen und sind sehr viel gastfreundlicher als die Italiener. Die griechische Küche ist sehr einfach, man könnte sie mit der im Nordosten Brasiliens vergleichen, aber natürlich nur zum Teil. Wenn du in einem Restaurant gebratenen Fisch bestellst, dann kommt nur der Fisch und dazu Brot. Wer Reis möchte, muss den extra bestellen. Das ist nur ein kleiner kultureller Unterschied, an dem man die andere Lebensweise der Menschen sieht, wenn man eine Landesgrenze überschreitet.

Unsere Reise war insgesamt wirklich wunderschön und wir hoffen, dass wir in naher Zukunft ein weiteres großes Abenteuer erleben werden, um unseren Planeten besser kennen zu lernen. Bis es soweit ist, unternehmen wir weiterhin kleine Reisen innerhalb von Europa, z.B. waren wir Ende November mit Janinas Eltern in Paris. Trotzdem sehnen wir uns natürlich nach weiter entfernten Zielen, sei es im Amazonasgebiet, in Afrika oder Asien.